Wenn das Glück der anderen dich an deine eigene Sehnsucht erinnert
Kennt ihr dieses Gefühl, wenn sich plötzlich die Lebensumstände eures Umfelds radikal verändern und eure eigenen scheinen stillzustehen? Wenn jede dritte Freundin sich verlobt, ein Baby erwartet.
Genau da befinde ich mich gerade. Und ich will heute ganz offen darüber sprechen.
Heute habe ich erfahren, dass meine Freundin Mary schwanger ist. Ich habe mich so sehr für sie gefreut wirklich. Es ist ihr erstes Kind, und sie strahlt so sehr, dass ich gar nicht anders konnte, als mitzustrahlen. Und kurz vorher hat sich eine andere enge Freundin verlobt wieder so ein wunderschöner, besonderer Moment. Und ich war dabei. Ich war ehrlich glücklich für sie.
Und doch…
Da ist auch dieser Moment, meist spät abends, wenn es leise wird. Wenn ich alleine im Bett liege und sich dieser kleine, stille Gedanke breitmacht: Warum bin ich noch nicht da? Warum nicht ich?”
Was ich momentan vorzuweisen habe? Meine Firmen. Mein beruflicher Erfolg. Und ich bin stolz darauf. Wirklich. Aber manchmal fühlt es sich trotzdem so an, als wäre das nicht genug zumindest nicht im Vergleich zu diesen großen Lebensmeilensteinen, die von außen betrachtet oft als „Erwachsensein“ oder „Ankommen“ gesehen werden. Ich glaube, das beschäftigt mehr Menschen, als wir denken. Viele trauen sich nur nicht, es zuzugeben. Deshalb schreibe ich das hier. Weil ich weiß: Wir sind viele.
Heiraten? Kinder bekommen? Das sind keine To dos auf einer universellen Lebens Checkliste. Sie passieren oder eben nicht zu ihrer ganz eigenen Zeit. Und ehrlich? Wir können es nicht planen. Nicht wirklich. Wir können lieben, offen sein, hoffen aber wir können nicht kontrollieren, wann und ob diese Dinge in unser Leben treten.
Was wir aber beeinflussen können, ist, wie wir mit uns selbst umgehen in dieser Zeit dazwischen.
Was ich gelernt habe und was ich dir mitgeben will, wenn du dich genauso fühlst wie ich:
Dein Leben ist kein Vergleichswettbewerb.
Nur weil andere in einem anderen Kapitel sind, heißt das nicht, dass du zurückliegst.
Gefühle dürfen nebeneinander existieren.
Du darfst dich für andere freuen und gleichzeitig ein bisschen traurig sein. Das macht dich nicht undankbar. Das macht dich menschlich.
Es ist okay, wenn dein Weg anders aussieht.
Vielleicht bist du gerade dabei, dich selbst wirklich kennenzulernen. Dich zu heilen. Deine Träume zu verfolgen. Das ist genauso wertvoll auch wenn es von außen nicht mit Babybauch oder Ring sichtbar ist.
Und wenn dich das nächste Mal diese stille Frage packt Warum nicht ich?” dann leg dir eine Hand auf dein Herz und erinnere dich daran:
Du bist genau da, wo du gerade sein sollst. Und dein Weg wird sich zeigen. Vielleicht ganz leise. Vielleicht ganz plötzlich. Aber er kommt.
Und bis dahin: Sei gut zu dir. Sprich über deine Gefühle. Und feiere auch deine leisen Schritte.
Denn dein Leben ist nicht weniger wertvoll, nur weil es gerade anders aussieht.
